2007
Januar, Februar, März, April, Mai, Juni
Juli, August, September
, Oktober, November, Dezember

Weihnachtszeit  
Der Dezember ist der dunkelste Monat in Schweden. Daher werden ueberall Lichter in die Fenster gehängt.
Den Nikolaus kennt man hier nicht, doch am 13. Dezember kommt Luzia mit ihrem Gefolge.
Sie trägt einen Lichterkranz auf dem Haupte und ihre Begleiterinnen eine Kerze in der Hand.
Es wird gesungen und anschliessend Lyssekater und Glögg zur Stärkung gereicht.
Am 21. Dezember feierten wir Wintersonnenwende am Lagerfeuer. Dort bedankten wir uns fuer das vergangene Jahr, welches wir recht gut ueberstanden haben. Mit Met und Literatur wurde es ein besinnlicher Einklang fuer die bevorstehenden Festtage.
Einen Tag vor Heilig Abend holten wir unser Weihnachtsbäumchen.
Am Vormittag des nächsten Tages war ich sehr beschäftigt, mit dem Aufstellen und Schmuecken der Fichte.
Unsere Katzen wurden sehr neugierig und steckten ueberall ihre Nasen hinein. War ein Karton lehr, musste der Kater sofort Probe sitzen.
Den Tag ueber bereiteten wir das Julbord vor, den traditionellen Weihnachtstisch. Statt der ueblichen 30 verschiedenen Gänge, entschieden wir uns jedoch "nur" fuer 14. Dies war eine neue Erfahrung, vol allem die Zubereitung des Weihnachtsschinken.
Unsere Gäste waren sehr zufrieden. Julbord war ein voller Erfolg.
Nur der Schnee fehlte zum perfekten Weihnachtsfest. Der Frost huellte aber alles in eine glitzernde Welt, so war es doch fast weiss.
Zu Silvester schneite es dann endlich wieder.

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Es wird kalt  
Anfang November gingen wir spazieren, um schon einmal im voraus nach einem schönen Weihnachtsbaum Ausschau zu halten. Gross muss er nicht sein. Hauptsache schön gleichmässig und viele Äste sollte er haben, damit er auch gut geschmueckt werden kann. Verschiedene werden sich gemerkt, aber ob es einer von ihnen wird, steht erst kurz vor eihnachten fest.
Mitte des Monats fiel das erste Mal Schnee. Nun ist der Winter endlich da, und wir hängen das erste Maisenfutter in den Apfelbaum? Als dankeschön fuer die fleissige Hilfe im Sommer.
Doch lange blieb der Schnee nicht liegen.

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Der Herbst ist da
Im Oktoer wird das Jahr ruhiger.
Auf den Bäumen ist morgens erster Reif. Und jetzt fällt auch auf, wie schnell es abends dunkel wird.
Da war es schön, mal Freunde aus Deutschland wieder zu sehen.
Es waren gesellige und fröhliche Tage. Man hatte sich viel zu Erzählen nach der langen Zeit.

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Der Sommer sagt "Auf Wiedersehen"

Der Sommer ist nun endgueltig vorbei. Die Bäume färben sich gelb und rot und die Pilzzeit ist auf ihrem Höhepunkt. Fuer ein Wochenende bekommen wir Besuch von Verwandten. Schön war es. Wir nutzten die Zeit und gingen auch mit ihnen einige Stunden Pilze sammeln. Am Abend wurden daraus Taccos mit Pfifferlingssauce gezaubert. War mal was anderes und sehr schmackhaft.

September ist auch der letzte Monat hier oben, welchen man fuer den Obstbaumschnitt nutzen kann . Unsere Apfel- und Pflaumenbäume hatten dies nun auch dringend nötig. Zum Glueck hatte ich erfahrene Hilfe, und erfuhr, wie man das in Angriff nehmen musste, denn Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich stellte schnell fest, dass dies richtig Spass macht und nicht schwer ist. Fuer das nächste Mal wird dies nun eine leichte Sache werden.
Erste Nachtfröste haben unseren Garten heimgesucht. Sie waren nicht stark, aber vorsichtshalber habe ich doch meine Blumen in den Keller geräumt. Nur die Astern interessiert dies alles nicht. Sie fangen jetzt richtig an zu bluehen und ich pfluecke gleich einen Strauss fuer unseren Tisch.

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Das Gold der Wälder
Das Holz lag nun schon einige Wochen gestapelt draussen, und wartete darauf, gespalten zu werden. Und plötzlich stand er da - Der Elektriker. Die Montage des Anschlusses ging zuegig vonstatten und wir konnten unser Holz in Angriff nehmen. Es wurde auch Zeit, der Sommer neigte sich dem Ende.
Einer kluewte und der andere fuhr das Holz in den Schuppen. Immer ein paar Stunden am Tag und anschliessend zur Arbeit. Mit dem Wetter hatten wir richtig Glueck. Immer Sonnenschein, bis auf den letzten Tag. Jetzt kann es kalt werden. Der Feuervorrat fuer die nächsten Jahre ist drin. Zusammen mit unser neu reparierten Bergwärme im Haus kann der Winter nun kommen.
Der August ist nun auch die Zeit fuer das Gold der Wälder - Pfifferlinge. Und dieses Jahr sind besonders viele. Wir nutzten mit Freunden ein sonniges Wochenende und gingen auch in den Wald. Fuer uns ist es das erste Mal, dass wir ueberhaupt Pfifferlinge sammelten. Ein Schöner Korb voll, welcher am Abend zur Pfifferlingspfanne wurde. Lecker!

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Holz, Holz, Holz ...
Fuer die nächsten Wochen im Juli war das Hacken des Holzes geplant. Wir hatten es nun endlich geliefert bekommen. Doch zuvor mussten wir einige Besorgungen erledigen. Schutzkleidung musste gekauft werden, und ganz wichtig, eine Motorsäge. Von einem Freund bekamen wir den Tipp eine gebrauchte Husqvarna zu kaufen.
Da wir aber keine Erfahrung mit Motorsägen hatten, waren anfängliche Schwierigkeiten nicht auszuschliessen. Doch mit der Zeit wurde alles besser, und wir schafften von Tag zu Tag mehr Stämme. Auch die Arbeitsteilung liess uns zuegig vorankommen. Einer bereitete die Stämme vor, und stapelte sie, der andere sägte und schwitzte unter der Schutzkleidung. Und als wir das letzte Stueck Holz fertig hatten fiel uns ein kleiner Stein vom Herzen.
Doch die Arbeit war noch nicht zu Ende, denn jetzt mussten wir das Holz noch spalten. Wir waren wir uns einig, dass wir nicht die Axt nutzen. Da ein Nachbar seine Anteile fuer den Dorfkluewer guenstig abtreten wollte, nahmen wir die Gelgenheit wahr. Was wir nicht bedachten war allerdings, dass wir fuer das Gerät einen Starkstromanschluss benötigten. Also riefen wir den Elektriker und die Wochen des Wartens begannen.

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Jetzt kommt der Sommer
Der Juni ist Mitsommerzeit und ganz Schweden freut sich auf diesen einen Tag. Die Wochen um Mitsommer sollte nicht versucht werden, kurzfristigen Termine zu machen. Bekommt man doch einen, hat man wahres Glück. Denn zu diesem Zeitpunkt steht hier alles still. schweden_sommer_heiss
schweden_mittsommer

Wir freuten uns schon sehr auf den Aufbau des "Midsommar-stäng", aber alles kam anders. Die ganzen Wochen vorher war es so warm, dass jeden Tag die Blumen gegossen werden mussten und der Rasen sich langsam braun färbte. Und nun! Gerade zu Mitsommer kam ein grosser Regenguss.

Das Wetter wurde wechselhaft. Mal Sonne mal Regen. Schön war es trotzdem, gerade nach der grossen Hitzewelle.
Und den Blumen scheint es zu gefallen. Sie wachsen so, dass man fast zusehen kann.
schweden_blumen
schweden_erdbeere Und dann kam die Erdbeerernte.
Unsere Erdbeeren waren wohl die letzten in ganz Schweden, die reif wurden.
Aber dann der Geschmack. Hmmmm...
Es waren zwar nicht viele, aber diese genossen wir umso mehr.

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Es gruent so gruen
Mai-draussen fängt das Gras an zu spriessen. Und was tut man, wenn man nicht gerne seine Zeit mit Rasenmähen nutzen will? Und ausserdem nicht wenig Fläche hat? Dann holt man Nachbars Pferde als Rasenmäher und alle freuen sich. Fettes Gras für die Tiere und wenig Arbeit für uns. schweden_pferde
schweden_fruehling Nachdem Säen von Blumen und Gemüse und dem Pflanzen der Kartoffeln war es eine Geduldsfrage: Wird alles wiederkommen? Aber das Warten hat "Blätter" getragen. Die ersten spriessen und auch die Kartoffeln zeigen Grün. Es ist so schön beruhigent auf dem Lande. Nach getaner Arbeit sich im Liegestuhl gemütlich machen und den Bienen und Vögeln lauschen.

Nun fühlt man sich als Schwede ja bereits nach Erhalt seiner Personennummer. Aber richtig zu Hause angekommen, fühlen wir uns erst jetzt, denn wir sind mit schwedischen Autokennzeichen keine Touristen mehr. Es ist ein schönes Gefühl, auf der Strasse nicht gleich als Fremde zu gelten.

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schweden_blume
Winter ade
schweden_wald Im April wurde es nun stetig wärmer. Viel zu früh, wie auch die Schweden finden. Aber der Natur ist dies gleich, überall blüht und duftet es nach Frühling. der Winter bekommt keine Chance mehr. Nachdem nun im Haus alles wohnlich ist, kribbeln die Finger nach Gartenarbeit. Blumen- und Gemüsebeete müssen angelegt werden.

In Smaland nicht das einfachste Unterfangen, bei so vielen und so grossen Steinen. Aber die Mühe lohnt sich. Die Katzen freuen sich über die wärmenden Sonnenstrahlen. Sie ziehen von Fenster zu Fenster, von Zimmer zu Zimmer, um die Sonne zu geniessen.

schweden_smaland
schweden_valborg Nun feiert man in Schweden Valborg- die Walpurgisnacht um den Winter entgültig zu vertreiben. Natürlich konnten wir uns dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Wir müssen sagen, auch wenn es nachts noch eisig ist, hat das Feuer gut gewärmt und war atemberaubend schön vor dem blutroten Abendhimmel.
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Die ersten 2 Monate in der neuen Heimat
Es war ein trüber, kalter Tag, Ende Januar 2007. Wir brauchten länger als geplant, um alles zu verpacken.
Doch dann ging es endlich los. Erst mit der Fähre von Puttgarden nach Rodby, dann über die Öresundbrücke nach Schweden.
Die Fahrt war lang, es wurde dunkel und je weiter wir uns unserem Ziel näherten, umso mehr Schnee sahen wir.
Das Auto war bis unters Dach gepackt. Kein Fleck war mehr frei. Unsere Sorge war, dass wir den Wagen völlig überladen hätten.
Doch es passierte nichts - zum Glück.
Unsere Katzen waren mucksmäuschenstill in ihrer Transportbox. Sie wussten einfach nicht, was sie nun erwarten würde. Und, naja, wir eigentlich auch nicht so genau.
Am nächsten Morgen traten wir dann in ein kleines Winterwunderland. Der Schnee glitzerte unter einem strahlend blauen Himmel und die Sonne schien. Es war einfach traumhaft.
Wir hatten schon nicht mehr daran geglaubt, dieses Jahr noch Schnee zu sehen, denn selbst in Südschweden sah es im Januar anfangs nicht danach aus.
Im Haus traf uns dann wieder die furchtbare Realität eines Umzugs. Kisten, Kartons und Möbel waren überall verteilt. Wir hatten in der vergangenen Nacht eben nur alles schnell ins Haus geschafft und schnell das Wohnzimmer geheizt. Jetzt sollte also das grosse Aufräumen und Einrichten beginnen.
Aber erst einmal hiess es Schneeschippen. Und es fiel eine Menge Schnee. Teilweise lagen bis zu 40 cm. Und das bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad in der Nacht.
So kalt war es aber nur sehr selten. Man ist so einen Winter ja schon gar nicht mehr gewöhnt.
Trotzdem war es toll, dies erleben zu können.

Da wir ja nicht alleine umgezogen sind, möchten wir auch gern über Kafka und Miss Marple reden.
Unsere Katzen fanden es nämlich erst einmal sehr merkwürdig, was wir mit ihnen anstellten. Eine neue Umgebung, es war kalt, alles anders als in der alten Wohnung.
Komisch, komisch ...
Und daher waren sie natürlich sehr schüchtern.

Wir stellten so einiges an, damit sie auftauten. Und damit war nicht nur das "Animationsprogramm" gemeint.
Neues Futter musste gefunden, neue Katzenstreu ausprobiert werden. Das ist bis heute noch nicht 100%-ig erledigt, denn Katzenstreu ist in Schweden ein echtes Problem. Besonders, wenn man, wie wir auf dem Lande lebt.
Wie dem auch sei, trotz anfänglicher Startschwierigkeiten gewöhnten sie sich langsam an ihr neues Zuhause.
Der Kater dachte recht schnell, er sei Chef im Haus und benahm sich dann auch so. Marple war da anders. Die ersten Tage waren sehr schwer für sie, doch langsam passte sie sich an.
Und nun, na ihr seht ja selbst, wie lässig sie in die Kamera grüsst.
Und es schneite und schneite. Und wir schippten und schippten.
Besonders unsere Treppe war ein schwieriger Fall. Jeden Tag kämpften wir erneut gegen das Eis an. Besonders schlimm wurde es, als es tagsüber immer mal wieder etwas taute, und dann nachts einfror. Aber wir haben es letztendlich doch geschafft. Im nächsten Winter wissen wir, was wir machen müssen.
Es gab halt eine Menge Herausforderungen am Anfang, und es wird auch in Zukunft viele geben. Das ist ja normal, wenn man in ein anderes Land zieht.
Für all diese wurden wir jedoch entschädigt. Der Winter den wir hier erlebten, war so, wie wir ihn noch dunkel aus Kindertagen in Erinnerung hatten.
Und nicht nur das. Wo wir auch hinkamen nahm man uns freundlich auf.
Man hiess uns willkommen und wir erfuhren viel Neues über Land und Leute. Darüber, was man hier macht, wo man was einkaufen kann, welche Behördengänge erledigt werden müssen und vieles mehr.
Etliches wussten wir ja schon aus unserer Vorbereitung aus Deutschland, aber es ist natürlich etwas ganz anderes, wenn man dann vor Ort ist.
Auch wenn wir gerade in der ersten Zeit eine Menge zu erledigen haben, lassen wir es uns selbstverständlich nicht nehmen, die ersten Schritte in unsere neue Heimat zu gehen. Einige Sachen haben wir schon gesehen. Unter anderem einen Tagesausflug nach Öland. Dies war zwar kein richtiger Ausflug, da wir einige Sachen auf der Insel zu erledigen hatten, aber schön war es trotzdem.
Und auf dem Rückweg schauten wir in Kalmar vorbei. Die Stadt kannten wir schon von früheren Besuchen, aber im Winter hatten wir sie noch nie gesehen.
Gerade an diesem Tag hatte es unglaublich viel geschneit, und alles lag unter einer frischen Schneedecke.
Viele Fotos von diesem Tag sind in der Galerie zu finden. Schaut einfach mal rein, es lohnt sich.
Mit den Wochen wurde es wärmer. Der Schnee taute langsam aber stetig. Die ersten Frühlingsboten hoben ihre Köpfe aus der Erde und begrüssten die wärmenden Strahlen der Sonne.
In der Sonne kletterte das Thermometer auf sommerliche 25 Grad. Im Schatten war es natürlich deutlich kühler. Aber der Frühling steht nun ganz klar vor der Tür. Wer weiss, vielleicht ist er Ostern bereits richtig da.
Um die ersten Sonnenstrahlen zu nutzen, gingen wir spazieren und sahen uns in unserer näheren Umgebung um.
Dabei stellten wir fest, dass ganz in der Nähe ein Adlerpärchen nisten muss. Von unseren Fenstern aus sehen wir sie immer, wie sie am Himmel ihre Kreise ziehen und hören ihr eindringliches Rufen.
Die Entscheidung nach Schweden zu gehen war richtig. Auch wenn wir nicht wissen, was die Zukunft bringt, und es sicherlich sehr schwer wird.
Wir möchten uns hier bei all denen bedanken, die uns beim Start in unser neues Leben unterstützen. Wir haben neue Freunde gewonnen, und alte wiedergefunden.

Tack så mycket!

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